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Wednesday, 19. February 2003
Das mit dem Antville-Serverwechsel scheint gut geklappt zu haben. Grosser Dank gebührt Mr. Tiny, der beim Umbau geholfen hat und das alles überhaupt möglich macht.
In den letzten Tagen war ich durch das Aufsetzen des Servers und den gleichzeitigen Wechsel auf eine neue (schnellere) Standleitung hier im Büro vollkommen verbraucht, ein Haufen Sachen, die ich auf henso.com hätte schreiben wollen haben sich aufgestaut. Einiges davon werd ich heute nachholen.
Da wäre mal die Weblog-Hosting-Ökonomie, ein Thema, zu dem da draussen falsche beziehungsweise noch gar keine Ideen kursieren. Im Gegensatz zu Blogger.com, wo auf die Daten eines Weblogs zwei- oder dreimal täglich zugegriffen wird (nämlich wenn ein neuer Beitrag gepostet wird), gibt es bei Antville und Konsorten einen mehr oder weniger konstanten Rush auf die Daten. Gegen die dadurch entstehenden Leitungskosten wirken die Hardwarekosten verhältnismässig gering. Der Traffic, den antville.org erzeugt, würde bei einem durchschnittlichen kommerziellen Provider monatlich einen vierstelligen Eurobetrag kosten. Nachdem antville.org kein kommerzielles Projekt, sondern Teil eines leitungstechnisch sorgenfreien Open-Source-Vorhabens ist, fallen diese Kosten für uns nicht an. Für jeden anderen, der sich überlegt, Weblog-Hosting im grossen Stil zu betreiben, ist diese Nuss aber zu knacken.
Die Implikationen sind deren mehrere. Erstens wünsche ich twoday.net, dass sich SALTYT sich nicht bleibend auf ihrem Server einrichtet, es sei denn, sie können 30 zusätzliche GB Traffic pro Monat um weniger als 5 Euro aufstellen. Zweitens ist das für mich auch ein Grund, das Hosting auf antville.org nicht zusätzlich auszubauen, auch wenn das derzeit hardwaremässig möglich erscheint. Man soll ein grosszügiges Geschenk nicht über Gebühr strapazieren. Ausserdem würden wir damit den Markt für kommerzielle Provider ruinieren, was nicht meine Absicht ist. Und drittens befasse ich mich mit dem Gedanken, mit einer Gruppe anderer Leute selbst ins kommerzielle Hosting einzusteigen. Noch ist nichts spruchreif, aber wenn es nach mir geht wird es klein und fein, verlustfrei von Anfang an und weit weit weniger arbeitsintensiv als es antville.org über die letzten Monate war.
Andererseits zeigt die Auslastung des neuen Servers, dass Antville-Hosting von der Hardware-Seite nicht teuer ist und bestens skaliert. Beim alten Server waren es weniger die 500 MHz-CPUs als der auf 750 MB beschränkte Speicher (mehr ging BIOS-mässig nicht rein!) und die zu 95% vollen 9 GB-Platten, die für die Probleme verantwortlich waren. Nichts ist wichtiger für einen schnellen Server als free RAM und Plattenplatz.
Fluch des Zentralismus. Ich stimme prinzipiell zu, was die Nachteile zentraler Systeme betrifft - das ist auch der Grund, warum Antville samt Quellcode frei zu haben ist. Der Analyse, die "Zentralität" von antville.org sei für die Probleme in der Vergangenheit verantwortlich, basiert aber auf einem Denk- bzw. Verständnisfehler. Tatsächlich sind praktisch alle Websites dieser Welt zentral gehostet, nämlich bei oder über Internet-Provider mit bis zu hunderttausenden Kunden. Der Grund, warum das funktioniert, ist dass jedes einzelne Glied der Kette ausreichend zuverlässig ist. Dass antville.org in der Vergangenheit so oft kaputt war lag nicht daran, dass alle Weblogs auf demselben Server lagen, sondern an der Hardware, die ein geschenkter alter Gaul war, und an der Software, die sich in Entwicklung befand (und befindet). Worum es bei Antville ging und geht ist die Erforschung (und, wenn man so will, die Eroberung) von Neuland, und das ist ganz einfach Honigschlecken for nobody.
Eine Vision ist, dass Antville Hosting irgendwann so betrieben und verkauft werden kann wie vanilla Webhosting heute. Ohne explizite Community-Aufmachung und mit impliziter Erwartung an Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit. Die andere Vision ist natürlich, dass man sich Antville auch für sich, Onkel Fred und die Kinder installieren kann.
praschl (ohne den sein foto oben) und alo (ohne bilder!?) kann ich schon sehen. ansonsten nix. 11 Uhr 30 MEZ am Mittwoch
ist doch schon was, hr. supa. bei mir inne ost-zone ist noch gar nix ange.com, nur der Satz mit der DNS-Propaganda.
Manchmal hilft schon einfach mal den Browser wechseln oder Cache löschen.
ich hatte schon immer den leisen verdacht, dass sich saltyt beim traffic mehr als bemerkbar machen würde ...
lt. referrers hat die front-site ja auch 3000 visits (oder hits?) pro tag. die großen (wenn auch schönen) bilder tragen ihren teil dazu bei.
ist saltyt egtl. die meistbesuchte antville (jetzt twoday) -seite?
saltyt ist/war sicher die meistbesuchte Site auf antville. Die 30 GB Traffic sind aber nur eine Schätzung. Sehr schade, dass sie weg ist.
more later, got so much to do!
das dezentralisierungsgequatsche nervt. es mag vielleicht billiger und besser fuers ego sein, aber vom kommunikationsaspekt ist eine zentrale site das beste, was ich mir vorstellen kann.
was anderes: ich bin am wochenende vielleicht in prag. bock auf café slava?
Bock und wie! Leider kann ich das so auf die Schnelle nicht entscheiden.
ich weiss auch noch nicht genau. und wenn es klappt, dann bin ich auch nicht alleine. anyway, hotel ariston gibt es wieder bei hrs.de fuer ca. 40 euro und im akropolis scheint auch was zu passieren.
das mit der schaetzung beantwortet meine gier nach detaillierteren antville server stats schon teilweise. eine antville-gesamt traffic/day (oder month) zahl bzw aehnliche measures wuerden mich trotzdem sehr interessieren. falls es sowas ohne aufwand gibt, bitte ich um mitteilung. falls das fuer henso.com nicht passend ist, waere ich ueber ein personal mail sehr dankbar :)
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