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 Sunday, 10. June 2001 

Das war ja fast schon wie ein kleines Fest.

More japanese TV wackiness.

W3C XML Schema Made Simple

Ich frage mich, ob es etwas zu bedeuten hat, wenn in jemandes Short-Bio explizit drinsteht, dass er kein Ultranationalist sei. "Defensive of Japan" sind sie jedenfalls, die Japaner. Mein Bruder hat erzählt, dass beim Symposium letzte Woche einige europäische Architekten von ihren japanischen Kollegen unerwartet scharf angegriffen wurden, nachdem sie kritische Bemerkungen zur städtebaulichen Entwicklung in Tokyo gemacht hatten.

Japan to United Nations: We don't need no stinkin' human rights!

What exactly was Tabloid.net?


 kris , 10. June 2001 gegen 14:12 

filepile hat ja auch immer harte japan-videos. ich kann bestimmte fetische allerdings nicht nachvollziehen. sowas wie frauen, die sich uebergeben oder die flatulenzen haben. letztens gab's ein japanisches eiertret-home-video. ziemlich krasses hobby.

hier noch was putziges: some unusual sumo photos via mefi.

 michi , 10. June 2001 gegen 16:47 

<quote from the japanese Link>
a Michael is an unattractive, virginal man who is chosen based on his lack of sex appeal
</quote>
gedaechtnisnotiz: falls ich mal nach Japan komme, darf ich nie nie nie meinen vollen Vornamen verwenden. koennte erheiterndes Gelaechter verursachen.

 chris , 10. June 2001 gegen 20:37 

über diese zeile in sakamuras bio bin ich auch gestolpert ... und beinahe hingefallen. seine situation war der propaganda nach zu beginn seiner tron-tätigkeiten so, dass in japan die allgemeine überzeugung vorherrschte, dass ein japaner niemals fähig dazu wäre, ein personal computing environment from scratch zu schaffen. wäre ich etwas besser über japanische kulturelle eigenschaften und -heiten im bilde könnte sich hier eventuell eine diskussion von wegen individual/kollektivismus anschliessen ...

 katatonik , 10. June 2001 gegen 21:30 

naja, auf den ersten blick scheint es mir da weniger um die opposition von "individuum"/"kollektivismus" zu gehen (deren sinnhaftigkeit zur erklärung von japanischer gesellschaft mir sowieso immer ein rätsel war).
vermutlich gehts eher um schwierigkeiten beim nationalen selbstverständnis, was ja einem österreicher nicht gar zu fremd sein sollte. gabs nicht auch zu zeiten der so genannten "eu-sanktionen" jede menge texte auf austro-homepages, auf denen leute verkündeten "nein, wir sind keine nazis" bzw. "nein, wir sind keine fpö-wähler"? vielleicht entstand die sakamotosche äusserung in einem ähnlichen überhitzten umfeld, wo japaner nach aussen hin als ultranationalisten galten und sich manche bemüßigt fühlten, sich dezidiert davon zu distanzieren. in anbetracht dessen, dass japaner bei "ausland" sowieso meist an die USA denken, und dass dort das ultranationalistenbild ziemlich weit verbreitet ist, gar nicht so unrealistisch.

 chris , 10. June 2001 gegen 22:03 

wenn man personal computing bedenkt, bietet sich das spannungsfeld i/k durchaus (scheinbar allzu) verlockend als erklärungswerkzeug für existenz bzw lack of it an - doch wie gesagt, was ich von japanischer gesellschaft glauben zu dürfen vermeinte stammt aus unserem ahs-geographieunterrichtsbuch, ist also wahrscheinlich auszublenden und schleunigst zu revidieren. etwaige literaturtips würde ich allerdings nur allzu gerne entgegennehmen.

 katatonik , 10. June 2001 gegen 22:48 

... äh, weil in gesellschaften, die eher nach kollektivistischen prinzipien ausgerichtet sind, die kollektive nur gemeinsam einen computer benützen dürfen?!? oder nur kollektive computer benützen dürfen, die dem kollektiv gehören?!? naja, ich glaube, "personal" computing in dem sinn, dass leute an einzelnen, nicht miteinander vernetzten workstations sitzen, hat sich in japan tatsächlich erst relativ spät entwickelt, was aber (so weit ich weiss) an schwierigkeiten in der technischen umsetzung der schrifteingabe und -lesbarkeit auf der ebene gängiger betriebssysteme lag. viele leute haben eben ihre texte lieber auf so genanten "wapuros" ("word processors") eingegeben, das sind halt so bildschirmschreibmaschinen mit diskettenlaufwerken. und dann gabs ja auch noch das proprietäre pc-format von "NEC" ("98" genannt), das zwar auch mit dos und dann später windows lief, aber ein eigenes diskettenspeichersystem und auch (glaub ich) format benützte. noch 1994 gabs dort, wo ich war, bestenfalls NEC-PCs mit dos, und ein paar windows-3.1-maschinen im universitären netzwerkraum. pcs boomten erst so richtig mit dem internet-boom, und das war erst so mitte der neunziger (zumindest außerhalb von tokyo). bin jetzt abgeschweift - meine aber, diese sachen haben eher mit technischen aspekten zu tun.
zum thema "individualismus" und "kollektivismus" fällt vieles ein, aber mit konkreten literaturtips kann ich jetzt grad nicht aufwarten (hardcore: das "japan-handbuch" von horst hammitzsch. nachschlagewerk mit 1800 seiten oder so).
nur meine zwei groschen: dass die zugehörigkeit zu unterschiedlichen gruppen in japan vielfach enger verstanden und wichtiger genommen wird als bei uns, stimmt sicher. ich habe aber den eindruck, dass daraus im "westen" einfach zu viel gemacht wird - als sei man bloss deshalb, weil man die zugehörigkeit zu einem unternehmen oder einer familie für wichtig hält, kein individuum mehr, oder könne gar keinen begriff von individualität haben. umgekehrt haben "westliche" (vor allem us-amerikanische) interpreten oft eine idealisierte vorstellung ihrer eigenen gesellschaft, in der es natürlich nur disparate individuen gibt und keinerlei kollektive, und in denen sich jedes individuum frisch und frei und frank und ganz aus sich selbst heraus zum multimilliardär entwickelt.
mir kommt oft vor, dass da nach aussen hin einfach ideologien und wertnormen vorgeschoben werden, bei denen sich japan und der "westen" unterscheiden, aber dass sich die leute eigentlich recht gleich verhalten. in japan betreibt man seine individuellen hobbies nun vielleicht eher etwas versteckter und gibt oft den nutzen fürs kollektiv als rechtfertigung für pläne oder ziele an, die man aus purem eigennutz verfolgt ("wenn ich das neue superauto bekomme, hat die ganze familie was davon"). im "westen" zeigt man seine kollektivistischen bedürfnisse und angewohnheiten vielleicht etwas weniger deutlich und grenzt sich permanent als individuum von anderen ab, damit einen ja niemand für ein herdentier hält. ("neinnein, ich hab mit der reisegruppe nix am hut, die dackeln nur so zufällig um mich herum").
zumindest von der länge her waren das jetzt vermutlich etwas mehr als zwei groschen. hüstel.

 hns , 10. June 2001 gegen 23:19 

Ohne jetzt den Thread ganz durchgelesen zu haben: Ich hab mir auch schon gedacht, dass diese Haltung sehr österreichisch ist: "Die denken was schlechtes von uns." Wobei dergleichen für Japaner wegen der effektiven kulturellen Isolation viel "plausibler" ist als für Ösis, natürlich unglücklich all the same. Das Unglück beginn ja dort, wo man dieses (fiktive) "die" und "wir" denkt.

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