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Montag, 16. April 2001
Heribert Friedl, dessen Selbstportait im Hintergrund auf Henso.com zartrosa in die Höhe springt, kommt grad im Essener Museum Folkwang ganz gross raus. Ausserdem sitzt er grad neben mir und erzählt lustige Geschichten aus dem Kunstbetrieb.
Und weil wir schon bei den Huldigungen sind: Danke Flören für's Durchfüttern! Bester Bruder aller Zeiten bist!
Le Sofa Blogster: "Man müsste, glaube ich, für alles, was gut ist, mittlerweile völlig neue Wörter finden." Wozu mir über komplexe Assiziationsketten folgende Zeile von Billy Bragg einfällt:
And they said Oh Little Slanted Eyes can't you forgive and forget
And he said, Oh Mr Friendly Ghost
Can you catch water in a net?
Hat es was zu bedeuten, dass der Deal zwischen Blogger und Trellix gerade zu Ostern publik gemacht wird?
Ich hoffe ich werde am 26. April etwas genauer wissen, was Userland Frontier für Tom Fürstner bedeutet. Ich kenne Tom relativ gut, aber die Fäden, die einen Programmierer an seine Tools binden, sind für Aussenstehende immer mehr oder weniger unsichtbar. Für mich war das Problem an Frontier immer, dass es sich im Prinzip um ein Desktop- und nicht ein Server-Programm handelt. Genau aus diesem Grund kann ich mich auch mit der Helma-on-the-Desktop-Idee nicht wirklich anfreunden, die Tobi mir gegenüber vor kurzem mal erwähnte. Vielleicht ist diese Unterscheidung zwischen Desktop und Server mit der allgemeinen Verfügbarkeit von Multithreading ja passé. Vielleicht habe ich da noch eine Schere in meinem Kopf.
ein paar antworten zu frontier findest du in einem alten thread beim swr.
an sich finde ich die desktop idee eigentlich ganz gut. das problem an radio ist, dass es fuer den laien unbedienbar ist. was mit dem "user" in "userland" passiert ist, wuesste ich gern. ich glaube auch nicht an userlands geschaeftsmodell.
aber ihr habt doch einen ganz anderen hintergrund, da koennte etwas brauchbares rauskommen.
dass radio userland für einen laien unbedienbar ist, halte ich für eine vage vermutung (die downloads des programms sollen ja nicht schlecht sein) oder für ein missverständnis: ich kann mir durchaus auch einen john sixpack vorstellen, der mit dem news-aggregator und weblog klarkommt. die schwierigkeiten fangen dann an, wenn die grenzen der darin enthaltenen möglichkeiten erreicht sind und diese überschritten werden sollen (z.b. wenn der kalender mit im weblog erscheinen soll).
die whatever-on-the-desktop idee finde ich nachvollziehbar insofern, dass ich da einen übergang vom client-server prinzip zum client-server computer (also jeder client ist auch server, und ich schreib jetzt nicht peer-to-peer, mist, doch passiert). allerdings meine ich, dass die helma-on-the-desktop idee nicht von mir stammt (bevor ich aber selber jemanden mit da reinzieh, soll der sich halt evtl. selber melden).
die möglichkeiten, die ein eigener rechner mit eigenen server-fähigkeiten erschliesst, haben jedenfalls was sehr befreiendes an sich. für mich persönlich ein weiterer, kleiner schritt zu medialer autonomie...
stimmt natuerlich, tobi. solange man nur das macht, was das browserinterface hergibt, dann ist es easy. aber das ist nicht viel.
und dann kommt die sache mit dem geschaeft: wenn die kommerzielle version nicht das bringt, was ich will, dann muss ich sie aufbohren. aber wenn ich dazu in der lage bin, d.h. ich habe das notwendige verständnis, die zeit und das bedürfnis, dann kann ich auch weiter mit freien version arbeiten. zumindest solange bis sie wirkliche killer-features anbieten, die ich unbedingt brauche.
ich hab noch mal über server-on-the-desktop nachgedacht: ist das nicht vielleicht nur eine geschaeftsfrage?
ich hatte auch zwei frontiers. eins als server und eins auf dem desktop zum programmieren, entwickeln, testen, spielen,... im normalfall waeren das 1800US$. ich denke, userland wollen mit radio diese kosten minimieren. wenn man einen frontier-provider hat, dann braucht man eigentlich nur eine radio-lizenz um zu entwickeln.
wenn geld keine rolle spielt (akademische lizenz der uni), dann kann ich auch die dicke version auf dem desktop laufen lassen.
und so sieht es ja auch bei freier software aus. wieso zwei versionen und nicht die desktop-features in die server-version? aber was sind eigentlich desktop-features? alles wofuer der browser als interface dient? wenn es so ist, dann ist das doch nicht neues, oder?
unter diesen vorzeichen klingt server-on-the-desktop eigentlich nur wie heisse luft. jedenfalls technisch, nicht konzeptionell.
Viele Dinge, die früher Servern vorbehalten waren (wie Du vor ein paar Wochen erwähnt hast: SQL-Datenbanken, und beispielsweise Threading auch) sind heute auch auf "Client-Systemen" problemlos möglich bzw. Commodities.
Wenn schon server-on-the-desktop, dann sollten gewisse Vorteile schon auch damit verbunden sein ... und welche wären das?
A. Schnellere Reaktionszeiten
B. My Data is on My Harddisk is My Castle
Einige zentrale Vorteile von Servern, kaum Wartungsaufwand pour l'end-user und diverseste aggregatorische Fähigkeiten bekommt man ohne Zentralisierung eben nicht.
Sinn machen SOTDs, wenn man gewisse funktionale Bereiche zwischen Zentrale und Peer-Cloud trennen kann (zum Vorteil beider oder zumindest des Service-Ops) - wie das Napster gut gezeigt hat, die bandwidth-intensiven ($$$) File-Transfers lassen wir von SOTDs machen, The Interesting Things we do ourselves.
Schön finde ich auch irgendwie die Replikations-Geschichten, wenn der SOTD erreichbar ist I'll talk to him, otherwise gibt's Konversation mit einem Remote Cache, der zwar vielleicht nicht die aktuellsten Daten hat - aber dafür erreichbar ist. Zudem kann man so off-line oder off-air auf dieser griechischen Insel Aktualisierung betreiben und dann nur schnell via Iridium synchronisieren. Beziehungsweise konnte man.
technisch vs. konzeptionell, ich denke das trifft die sache recht gut. ich argumentiere schon eher aus einer verschrobenen konsumentensicht.
das mit dem wartungsaufwand leuchtet mir nicht ganz ein. jede doofe software wird bald mit 1-click-update (natürlich bis dahin patentiert von apple) versehen sein. da dürfte es doch dann auch für die blutigen laien keine wartungsschwierigkeiten mehr geben (ich mein: die kümmern sich ja dann um einen server und keine virtual hosts oder was weiss ich).
wenn ich auf dieser griechischen insel wär, würd' ich gern auf den ganzen neusprech verzichten und mich rein aufs altgriechisch verlassen können (ie. noch weniger verstehen)
;->
Mal eine blöde Frage eingeworfen: What's wrong with Apache on the Desktop?
Hintergrund der Frage: Ein Programm wie Frontier wird bei mir nie als Server durchgehen - auch nicht als Server-on-the-Desktop - solange es oben im Eck einen Close-Button gibt, mit dem man mit einmal Klicken alles runterfahren kann und solange das Programm zwingend seinen Platz auf dem Bildschirm einnimmt. Denn ein Server ist für mich gerade etwas, an das man nicht dauernd denken will.
Apache hingegen hat kein UI. Die Konfiguration ist deshalb erstmal mühsam. Aber hat man das erst mal geschafft dann läuft alles von selbst und unsichtbar. Na gut, zwar erst mal nur als dummmer Webserver, aber immerhin: so wie ein Server laufen sollte.
Die allgemeinere Frage lautet also: Darf, muss oder kann ein SOTD ein UI haben? Die ideale Lösung ist natürlich ein UI, das man separat starten und beenden kann und das sich mit dem Server verbindet. Die interessante Frage aber: wie stehts mit den "Extremlösungen" Frontier und Apache?
nischt. mein kollege macht das und der mac hat ja diese personal web sharing erweiterung, die auch standartmaessig an ist. jedenfalls bei 8.6. aber eigentlich ging es doch um server, die was schlaues machen. also rpc oder so. obwohl, das koennte man auch mit einer handvoll cgis machen.
und so neu ist die idee des desktop helferleins auch nicht. wenn du das frontier-buch von neuburg (zur version 4.irgendwas) anschaust, der hat sein frontier auch permanent am laufen. nur dass es damals kein protokoll gab und er sich selber was zusammenhacken musste. es gibt auch die moeglichkeit, dass man zwei frontier uebers netz kommunizieren laesst. das neue ist doch nur, webseiten als interface zu nehmen. daher der webserver.
Tja, ich habe die unangenehme Gewohnheit, im Laufe des Tages von Zeit zu Zeit allen Programmen durch Rechtsobenkreuzklick den Garaus machen zu müssen. Wahrscheinlich will ich mir durch den freien Bildschirm freien Kopf vorspiegeln. Anyway, schon alleine aus diesem Grund hat Radio U bei mir bislang noch nie lange als Server überlebt ...
Auf der anderen Seite habe ich vor ein paar Tagen Interaction ausprobiert, und ich muss sagen dass mir die Vorstellung, live vor mir das Treiben auf dem Server beobachten zu können, schon irgendwie sehr zusagt.
Allora: SOTD mit separatem Control-Interface OK, good.
argh, als ich geantwortet hatte, da stand nur die erste zeile. egal, du weisst, wie ich das meine.
"die möglichkeiten, die ein eigener rechner mit eigenen server-fähigkeiten erschliesst, haben jedenfalls was sehr befreiendes an sich."
allerdings.
zur regulaeren frontierdistribution gehoert ein kleines hilfsprogramm, dass alle 30 sec. oder so guckt, ob frontier laeuft und es notfalls startet.
du kannst frontier/radio auch als hintergrundprozess starten, nur dann bist du ganz auf das webinterface angewiesen und zumindest bei radio erschossen.
übrigens: die webserver für mac (webstar, webten und auch quid-pro-quo – oder wie die dinger auch immer heissen mögen) sind alle so aufgebaut: server als hintergrundprozess, verwaltung in separatem gui.
warum die userland produkte alle desktop applikationen sind (bzw. wohl sein müssen), erfahren wir wahrscheinlich auch am besten am 26.4. (danke für den hinweis). mein tipp: wegen der outlining fähigkeiten. die wurden hier noch gar nicht erwähnt, dabei sind die wirklich unschlagbar.
und zuletzt: eine reine outlining-software, mit einfachen editor-funktionen, aber nicht so sperrig wir more und schon gar nicht so over-featured wie frontier/radio, und natürlich mit xml-rpc/soap/opml – das wäre eine sensationelle anwendung. clientseitig kümmer ich mich um meinen inhalt und seine struktur, serverseitig (von mir aus auf dem eigenen desktop) wird mein werk dann in die richtige form gebracht...
Hm, nachdem ich das hier gesehen habe: Helma on the Desktop mit einem Rebol-Interface? Oder Python/Tkinter?
Mal eine blöde Frage eingeworfen: What's wrong with Apache on the Desktop?
auch hier: nischt! auf allen meinen rechnern rennt ein apache (notebook, diverse 'grosse', egal ob linux/solaris oder win2k).
die konfiguration ist zwar vom aufwand her anders als bei click-and-start programmen; aber mit der zeit geht selbst das schnell von der hand.
Die ideale Lösung ist natürlich ein UI, das man separat starten und beenden kann und das sich mit dem Server verbindet.
seperat starten -> ja! nur was starten wir seperat? prinzipiell fallen mir zwei grundverschiedene varianten ein:
- browser (web-interface)
- native interface
zum anbinden des ersteren brauchts den ominoesen webserver; bei zweiterem kommt meiner meinung nach xml-rpc stark ins spiel. chris hat das beispielsweise mit seinem dingsbox interface gezeigt, ich habe einen kleinen VanillaBrowser gebastelt der per XML-RPC ein native interface zu vanilla liefert (funktionell noch sehr beschraenkt).
trennen wir also server und desktop wieder radikal? bei einem seperaten UI liegt naemlich der gedanke nahe den server wieder zentralisiert abzulegen.
und finally:
eine reine, gute outlining-software die gut anbindbar ist, waere schon was sehr feines ;) allerdings wuerde ich vi(m) key-bindings bevorzugten ;))
lean and mean outliner: bedarf scheint vorhanden, ich will so ein ding nämlich auch ... ;-)
henso: wenn du ein admin-interface pour l'helma baust, dann eh xml-rpc und alles, oder? ob dann r/v oder tk oder winforms, who cares?
admin-if: xmlrpc und alles klingt gut.
noch ein nachtrag zum server auf dem eigenen rechner: ich bin gespannt auf die macos x anwender, wenn sie merken, dass da ein apache mit im wigwam sitzt... ich denke übrigens, dass x wirklich eine feine sache ist - das interface ist natürlich für die breite masse, verspielt und auch aus meiner sicht zu viel des guten(?). aber dass dahinter eine komplette bsd-installation wirkt (ich halt mich aber raus, wie gut die für die ix-hardliner ist), dürfte immerhin einigen unzufriedenen (weil verhinderten) sog. power-usern sehr gefallen.
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