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antville.org
 Freitag, 23. März 2001 

Von wegen (hi)storytelling im Web funktioniert nicht: Gestern abend bin ich mit (bildlich gesprochen) schlotterndem Unterkiefer vor dieser Site gesessen, die von der Kuba-Krise im Oktober 1962 erzählt. (via OON)

"Verisign hat königliche Scheiße gebaut"

Wie ich heute das hier auf Langreiter gesehen habe, wollte ich etwas über meine Erfahrungen mit derartigen Softwarelizenzen schreiben. Ich gebe auf. Zuviele schlechte Erinnerungen. Jeder soll seine eigenen Erfahrungen machen. Immerhin kriegt man in der Pro-Version den Source-Code.

Aber ich kann ja wenigstens verraten welcher Art die schlechten Erinnerungen sind, ohne alles wieder aufzurollen. Da ist Ali Szadeczky, der circa eine Million Schilling dafür kassiert hat, mich an den ORF zu vermitteln während ich fast ein Jahr für einen Bruchteil des Geldes gearbeitet habe. (Hat zwar nichts mit der Lizenz zu tun, ist aber Teil der Geschichte.) Dann sind da Softwarekeiler, die mich zuhause besuchen und abfällige Bemerkungen über meine Wohnung machen. ("Wenn sie XXX verwenden werden Sie in 2 Jahren nicht glauben, dass Sie mal so gewohnt haben." Naja, hatten ja recht, das war damals recht studentisch. Aber trotzdem.) Und schiesslich sogenannte "Consultants", die extra aus Deutschald eingeflogen wurden und mir ihren feuchten Atem den Rücken runter bliesen, während ich quasi emotional erpresst ein Produkt evaluierte, von dem ich wusste, dass ich es nicht brauche.

Und all das hatte eben mit einer Lizenz zu tun, die fast aufs Wort identisch war mit der da oben. Für ein Produkt namens PSE Pro. Der Haken dabei war der, dass die Firma noch ein anderes Produkt hatte, eines das eben teuer genug war um Verkäufer durch die Welt zu fliegen.

Deshalb für mich: Keine Hirnzellen mehr für Software, die mir nicht gehört. Es gibt viele, die nicht verstehen worum es bei Open Source geht. Es geht darum, dass einem der Code gehört, egal wer ihn geschrieben hat. Proprietäre Software ist ein Tauschgeschäft - Hirnzellen gegen "Sicherheit". Statt dieser falschen Sicherheit, dass ein Produkt eine Zukunft hat (oder dass einen der Software-Vendor liebt oder was auch immer) hat man bei OS die echte Sicherheit, Herr über seine eigene Zukunft zu sein.

Hm, hoffe das klang jetzt nicht zu verbittert. Im allgemeinen bin ich nämlich schon drüber weg.


 chris , 23. März 2001 gegen 14:15 

Also lieber Hannes, dann aber zumindest einen abschliessenden Lizenztip. Der Titel der Story hätte sich im Übrigen schon sehr cool angehört.

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